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Kleine Materialkunde

Materialkunde für Draußen im Winter

Liebe Eltern,

am Lagerfeuer nach der Waldläuferbande wurde ich gefragt, was man tun kann damit die Kinder keine nassen Schuhe bekommen. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, hier einmal ein bisschen was zusammen zu fassen, damit ihr eure Kinder bestmöglich für eure und unsere Winterabenteuer ausrüsten könnt. Das soll aber nicht heißen, dass ihr jetzt sofort für die nächste Waldläuferbande einkaufen fahren müsst. Eure Kinder waren alle wettertauglich gekleidet.

Fangen wir innen an: UnterwäscheFoto: Skiunterwäsche Waldläuferbande

Baumwolle verliert seine Isolationsfähigkeit wenn sie nass wird. Wenn man also von außen oder von innen (schwitzen) nass wird verliert man die wichtigste Isolationsschicht.

Meiner Erfahrung nach am Besten ist Wolle. Es gibt Skiunterwäsche aus Merinowolle, das ist mit Abstand das beste aber auch das teuerste. Merinowolle wirkt wärmend bei Kälte und kühlend bei warmen Temperaturen, ist atmungsaktiv, kann man oft anziehen weil es Gerüche nicht leicht annimmt und bleibt warm auch wenn sie Nass ist.

Fleeceunterwäsche ist atmungsaktiv, nicht gleich eiskalt, wenn es nass wird und extrem pflegeleicht. Die einzigen Nachteile gegenüber Wolle es nimmt Gerüche leicht an, daher ist oft waschen angesagt und wenn man am Lagerfeuer sitzt und man bekommt einen Funken drauf, dann schmilzt sich der durch das Material weil es aus Kunststoff ist. Dafür ist es  um einiges  billiger als Merinowolle. Während ein Kinder-Set aus Merinowolle 50€ kostet bekommt man eine Fleeceunterwäsche beim Hofer eventuell schon ab 10€.

Socken:

Bei den Socken gilt das gleiche wie bei der Unterwäsche, am besten Omas selbst gestrickte Wollsocken oder halt so Funktionssocken anziehen. Denn dann können nasse Füße trotzdem noch einigermaßen warm bleiben.

die mittlere Schicht

Optimal wäre hier auch wieder etwas aus Wolle oder Fleece, denn dann kann die Feuchtigkeit die von innen kommt ihren weg durch die Kleidungsschichten fortsetzen. Baumwolle saugt die Feuchtigkeit auf und schafft so eine Kältebrücke zwischen Außen und Innen. Allerdings finde ich tuts meistens auch ein normaler Baumwollpulover. Hängt halt davon am was man draußen macht, ob man viel schwitzt oder ob am doch von außen sehr nass wird.

die äußere Schicht

Der Skianzug. Zwischen Jacke und Hose haben viele Skianzüge einen Schneefang. Wenn der richtig an der Hose befestigt wird kommt da normalerweise nichts rein. Allerdings werden Skihosen mit der Zeit vor allem beim Sitzen undicht. Eine besserer alternative wäre da eine Polyurethan beschichtete Regenlatzhose. Weil diese so weit nach oben geht, bracht man eigentlich keinen Schneefang und unten habend diese Hosen ein Band, dieses sollte immer unter dem Schuh eingehängt werden, so dass die Hose über die Schuhe geht.

die Schuhe

Das ist fast schon eine eigene Philosophie. Ich verwende selbst Lammfell gefütterte vollleder Bergschuhe vom Meindl aus Kirchanschöring. Kostenpunkt 200€ für ein Paar erwachsenen Schuhe. Wenn man sie gut behandelt und regelmäßig neu einfettet werden die sehr alt –  meine sind sogar wasserdicht wenn ich in den Bach steige. Für Kinder gibt es auch sehr gute Stiefel von Meindl, zB Sölden Junior oder Canadian Winter Junior. Die haben sich auch im Waldkindergarten bewährt, wo die Kinder bei wirklich jedem Wetter draußen sind. Kosten um die 85€. Sonst muss man zwischen Moonboots, gefütterten Gummistiefeln, und guten Bergschuhen entscheiden, vielleicht noch mit Felleinlagesohlen und Wollsocken. Momentan tendiere ich zu gefütterten Stiefeln für den Winter, sie sind wirklich wasserdicht. Man/Frau muss halt dafür sorgen, dass von Oben kein Wasser hinein fließt.

Die Schuhe sind meiner Erfahrung nach der kritischste Punkt wenns um nass werden geht und eventuell macht es im Winter auch noch Sinn Gamaschen zu verwenden um sicher zu gehen, dass kein Schnee hinein kommt und die Füße trocken bleiben.

Fazt: Baumwolle ist kalt, Wolle und Fleece sind warm. Am besten nicht bei den Schuhe sparen. Bei der letzten Waldläuferbande im Winter wärmten sich 3 Kinder am Feuer die Füße, einer war in den Bach gestiegen und bei zwei war die Hose über die Stiefel gerutscht, weil die Schlaufe nicht eingehängt war bzw. einfach wegrutschte. Ich glaube wenn wir den Kindern lernen darauf zu achten wirs in Zukunft auch so nicht mehr passieren.

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