Naturverbindung

Überlebenstechniken (Outdoor Survival Skills)

Überlebenstechniken (Outdoor Survival Skills)

Überlebenstechniken (Outdoor Survival Skills) 

Das praktizieren und üben von Überlebenstechniken bringt uns in einen tiefen und ursprünglichen Kontakt mit der Natur. Shelter bauen, Feuermachen, Wildpflanzen sammeln zum Essen oder um deren Heilwirkung zu nutzen, sind elementare Tätigkeiten um in Verbindung mit der Natur zu kommen. 

Im Coyote‘s Guide heißt es dass Überlebenssituationen (Survival) „eine authentische Notwendigkeit zum lernen“ erweckt (S. 67). Obwohl wir normalerweise nicht in echten Überlebenssituationen sind, so kann doch durch den Enthusiasmus & die Hingabe der Kinder ein verstärkter Sinn für Dringlichkeit und Notwendigkeit entstehen. Gemeinschaft bilden, Teamwork, Aufgaben & Verantwortungen übernehmen gehen Hand in Hand beim Entwickeln von Überlebensfertigkeiten wenn die Kinder zusammenarbeiten um z.B. ein Feuer zu entzünden oder ein Shelter zu bauen. 

Spurenlesen

Spurenlesen

Spurenlesen 

Spurenlesen ist eine äußerst inspirierende Tätigkeit bei der wenn´s richtig gemacht wird das Band zwischen Natur und Mensch weiter verknüpft und gestärkt wird. 

Es ist eine Tätigkeit, bei der wir intern viele unserer Fähigkeiten vernetzen. Wir brauchen meist vor allem unsere Augen, um loszulegen und die erste Spur, den ersten Track, zu finden. Eigentlich gehts aber schon weit vorher los. Die Frage wo sollen wir eigentlich suchen wird oft von der Intuition beantwortet. Sobald wir dann bei einer Spur gelandet sind, wirds richtig „fragwürdig“: 

  • Wer wars? 
  • Warum ist es hier lang gegangen? 
  • Wohin ist es gegangen? 
  • Wie ist es gegangen? 
  • Wann ist es hier gewesen? 

Das wäre mal die oberste Schicht des Fragenstellens, wenn man einen Hinweis auf ein Tier findet. All diese Fragen lassen sich mit Gewissheit nur beantworten, wenn man Alleine ist. – Da hat man immer recht. Gehst du, aber zu zweit hinaus in die Wildnis, um in der Landschaft zu lesen, gibts schnell mehr als eine Meinung, die der Tatsache entsprechen kann. Ganz sicher werden wir es nie wissen. Manche dieser Fragen wird man beim ersten Versuch nicht beantworten können. Es dauert z.B. einfach ein bisschen bis man an der Spur lesen kann, wie alt sie ist. Manchmal gibt es klare Hinweise manchmal aber auch nur eine Ahnung oder eine Intuition. Da wir ja nicht angewiesen sind darauf, dass wir die Spur verfolgen an dessen Ende ein Tier steht oder liegt. Können wir es uns ohne weiteres erlauben Fehler zu machen beim Lesen, ja sogar unglaubliche Geschichten aus den Spuren zu erzählen, die unsere Phantasie beflügeln. Denn je mehr Phantasie wir für die Möglichkeiten haben desto weniger übersehen wir und desto besser lernen wir Spuren lesen. Wir beginnen uns in das Tier hineinzufühlen, uns an die Stelle und in die Position zu begeben, wo es vor 1 Stunde gestanden hatte. Schauen in welche Richtung es damals schaute. Was es vielleicht über den weiteren Weg dachte. . . Schlüpfen in den Geist des Tieres und lernen über Spurenlesen und Nachahmung viel über das Tier, Spurenlesen und uns selbst. 

Die Naturverbindungs-Übung des Monats: 

Geh raus. Find eine Spur und Stelle 50 Fragen an die Spur. 

Thats it. Viel Spaß da draußen. 

 Bei der Wildnispädagogik Ausbildung ist daher Spurenlesen ein eigenes Modul gewidmet

Vogelsprache

Vogelsprache

Den Vögeln zuhören/ Vogelsprache 

 

Wie du vielleicht bei der letzten Übung bemerkt hast, sind wir im Wald nie alleine. Fast immer hört man es irgendwo zwitschern und rufen.
Stell dir vor das wäre nicht mehr nur zwitschern und rufen. Stell dir vor du könntest etwas von dem was die gefiederten Freunde in den Bäumen plappern verstehen.
Wenn wir uns mit der Routine Vogelsprache beschäftigen, kommen wir der Natur wieder ein Stückchen näher. Wir werden in der Wahrnehmung geschult, dadurch wird uns einmal mehr bewusst, dass wir ein Teil des großen Ganzen sind. Wir beginnen zu verstehen….

Wenn du dich nach draußen sitzt und dem Zwitschern zu hörst, wirst du bald merken es gibt Unterschiede. Es gibt es fröhliche dahin zwitschern und es gibt das aufgeregte Zwitschern und auch das Rufen. Die Vögel sitzen immer an den besten Aussichtsposten. Sie sehen, wenn sich Gefahr nähert. Und sie wollen nicht gefressen werden. Darum werden sämtliche Gefahren, laut kundgetan.
Wenn zum Beispiel eine Katze durch den Garten schleicht, hörst du das relativ tiefe “Duk” der Amsel. Wenn sich die Katze dem Platz nähert, an dem die Amsel sitzt, dann wird das “Duk” lauter, schneller, schriller und immer energischer wiederholt, bis es schließlich in einem aufgeregten Zittern endet und der Vogel davonfliegt.
Das kann jeder gut beobachten der in einem Park oder in einem Garten auf einer Bank sitzt.
Das Schogugk schigog, ist der Harmoniegesang der Amsel. Wenn du den hörst, dann ist in der Vogelwelt alles in Ordnung. Es ist Harmonie. 

Die Klangwelt der Vögel, ist für unsere Ohren und unser Gehirn meistens eine große Herausforderung. Es fällt uns zumeist schwer, sich die Geräusche, die die Vögel von sich geben zu merken.
Eine gute Übung, um sich diese neuen Gehirnmuster auf mehreren Ebenen ins Gehirn zu schreiben, ist das “Vogelsprache Diktat”.

Vogelsprache – Diktat

Das geht so:
Setze dich einfach irgendwo hin, wo es einigermaßen Vögel gibt.
Bald wirst du merken, dass das fast überall ist wo irgendwelche Sträucher und Bäume rumstehen.
Nimm Stift und Papier mit.

Hier ist ein Beispiel der Vogelspracheübung einer Teilnehmerin. Kreis markiert ihren sitzplatz, sie hat die Geräusche dahin geschireben wo sie die Vögel von ihr aus gesehen gehört hat.

Und dann setz dich hin und schreib einfach mit bei dem was die Vögel so singen und trällern.
So beginnst du nicht nur akustisch, sondern auch visuell wahrzunehmen was du gehört hast.
Wenn du das Schugugguguiguik hörst, weißt du, dass das von einer Amsel stammt. Die anderen darfst du dir selber erarbeiten.
Es wird vermutlich so sein, dass du die Amsel anders aufschreibst. Doch in der Vogelsprache gibt es keine Rechtschreibung darum ist es kein Problem. Trau dich einfach, es kann irre viel Spaß machen. 

Aktivierung der Sinne

Aktivierung der Sinne

Aktivierung der 5 Sinne 

Diesen Monat möchten wir die 5 Sinne aktivieren.  Dazu werden wir uns einer Sinnesmeditation bedienen, die wir in vielen unserer Wildnisprogrammen verwenden. Das schöne an der Meditation ist, dass man in der Regel bereits nach wenigen Wiederholungen bereits selber merkt, wie stark sich die eigene Wahrnehmung verbessert hat und dass die Schritte um einiges leichter gehen. Mit der Zeit fällt es immer leichter in diesen „Raum der aktivierten Sinne“ einzusteigen.

Statt aufgeregt allem nach zu gehen was uns in den „Sinn“ kommt, bleiben wir hierbei einfach sitzen und öffnen die Tür in ein Stadium des tieferen Zuhörens bzw. Wahrnehmens. Dadurch dass wir Sinne kombinieren und versuchen bewusst mehrere Sinne in voller Intensität wahrzunehmen, verbinden wir uns und werden stiller wacher Beobachter der Welt die uns umgibt, ähnlich einem Baum. Unsere Sinne saugen ähnlich den Wurzeln Informationen aus unserer Umgebung auf.

Hier ist die Meditation:

Finde draußen einen guten Platz und setze dich mal hin. 

Schließe deine Augen und mache es dir bequem. Halte deine Augen geschlossen. 

Konzentriere dich auf dein linkes Ohr. Finde das leiseste Geräusch, das du noch irgendwie wahrnehmen kannst. 

Konzentriere dich auf dein rechtes Ohr. Finde das leiseste Geräusch, das du noch irgendwie wahrnehmen kannst. 

Versuche beide leisesten Geräusche gleichzeitig zu hören. (Du kannst auch noch andere Richtungen einbauen (vorne, hinten, oben,..) wenn du Lust hast. 

Finde den gerade noch wahrnehmbares Geschmack in deinem Mund und danach den „leichtesten“ Geruch in deiner Nase.  

Versuche jetzt gleichzeitig zu riechen schmecken und zu hören. Achte nun auf deinen Körper: wo berührt dich Stoff, die Sonne, wo berührst du den Boden usw. 

Versuche dies zu fühlen und gleichzeitig die leisesten Geräusche zu hören, zu schmecken und zu riechen. 

Nun öffne deine Augen und starre, ohne etwas zu fokussieren, gerade aus während du gleichzeitig fühlst, schmeckst, hörst und riechst. 

 

Halte das, solange du kannst. 

 

Vermutlich brauchst du für diese Praxis etwas Übung bis es leicht geht. Doch: Indem wir geben, werden wir beschenkt. Das heißt je öfter du das machst, desto feiner werden deine Sinne. Viel Spaß damit. 

Danksagung

Danksagung

Danksagung

Es ist ein gutes Ritual für den Start. Bei den 6 Nationen der Iroquios heißst es, sind dies die Worte vor allen Worten. Denn eine Danksagung ist immer gut. Sie bietet Gelegenheit demütig zu werden, sich daran zu erinnern, wie gut man es eigentlich hat und wie sehr alles in der Welt zusammenspielt damit es uns gut geht.

Es gibt viele Arten der Danksagung: du kannst sie sprechen, singen, tanzen, durch einen Moment der Stille oder einen Atemzug ausdrücken. Bei der Danksagung geht es nicht um einen lehrreichen Inhalt. Es geht um das Gefühl, das dabei entsteht. Ein wohliges Gefühl der Dankbarkeit gegenüber den Menschen, Lebewesen, Dingen oder Elementen usw.

Wenn eine Danksagung dieses Gefühl erweckt, ist eine gute Basis für den Rest des Treffens , das Gespräch oder des Tages geschaffen. Und wer weiß vielleicht erreicht der Dank ja auch die, denen gedankt wurde – auf irgendeine Weise und erhellt auch deren Gemüt.

Übung des Monats:

Baue eine Danksagung-Routine in deinen Alltag ein. Das könnte in der Früh, am Abend vor dem Schlafen oder vor dem Essen sein.