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Zecken umgehen

Zecken sind vermeidbar. Lerne hier, wie du in der Landschaft erkennst wo die Zecken wohnen.

Wer die Landschaft und ihre Tiere darin kennt, der kann lernen, sich in ihr fort zu bewegen ohne eine einzelne Zecke zu bekommen.

Zecken lieben Übergangszonen

Zecken wohnen vor allem in so genannten Übergangszonen, wo zum Beispiel ein Feld oder eine Wiese an einen Wald grenzt. Laut einer Studie von Tom Brown und Dr. Steven Stutzer von der UMDNJ (University of Medicine and Dentistry of New Jersey) kommen in diesen Übergangszonen bis zu 40mal mehr Zecken vor als im Wald oder auf der Wiese.

Mäuse beeinflussen die Zecken Population

Zeckenpopulation - Verteilung

Zeckenpopulation in der Übergangszone

Die Zecken Population korreliert stark mit der Häufigkeit von Mäusen. Überall dort wo ein starkes aufkommen von Mäusen zu verzeichnen war, war auch die Zeckenpopulation hoch. In Gebieten in denen die Maus nur vereinzelt vorkam waren auch nur wenige Zecken zu finden. Der Grund warum es vor allem die Übergangszonen trifft ist, dass sich hier meist besonders gute Habitate (Lebensräume) für die Mäuse ergeben. Auf der Wiese ist die Maus den gierigen Blicken von Mäusebussard & Co schutzlos ausgeliefert. Mitten im Altwald, mit wenig Bodenvegetation, gibt es eben so weniger Schutzmöglichkeiten. In der buschigen mit Dornen bewachten Übergangszone in der es einigermaßen dicht verwachsen ist, findet die Maus nicht nur Schutz, sondern auch oft Nahrung in Form von Beeren und Nüssen. Außerdem ist es unter den Trackern (Spurensuchern) allgemein bekannt, dass das Leben in den Übergangszonen pulsiert. Hier finden nicht nur die Mäuse, Futter sondern auch die, die gerne Mäuse verspeisen, oft befindet sich auch ein Wildwechsel entlang dieser Übergangszonen. So wie die Artenvielfalt zum Übergang hin zu nimmt, werden auch die Blutsauger mehr. In Zahlen heißt das, in Wald und Wiese wurden während der Studie 2 Zecken pro 10m² (genau wäre 100ft² = 9,23m²) in der Übergangszone waren es dann 75 Blutsauger auf 10 m².

Natur erprobte Menschen haben seltener Zecken

Die Ausbilder an der Tracking School von Tom Brown haben nur sehr selten Zecken. Ursache ist, dass sie instinktiv Zeckengebiete meiden. Wenn es dennoch nötig ist in das dicht verwachsene ca. knie- bis mannshoch bewachsene Gebiet zu gehen kontrollieren sie sich regelmäßig selbst – das ist eine automatische Routine. Ich habe ein ähnliche Beobachtung in unserer Wildnisschule gemacht. Auch wir haben ein „Gefühl“ dafür entwickelt wo uns die kleinen Blutsauger auflauern und meiden diese Plätze. Wenn wir später wieder im Kreis sitzen wird mal kurz auf die Arme und Beine geschaut und gefühlt. Man/frau kann nämlich Zecken auch gut fühlen solange sie noch herumkrabbeln.

Zecken gibts auch im Winter

Man kann auch im Winter eine Zecke aufwecken. Wenn man sich bei Minusgraden 10 min an eine Stelle in der Übergangszone sitzt, reicht die dadurch bedingte lokale Bodenerwärmung bereits aus diese Spinnen verwandten aus dem Winterschlaf zu holen.

Fazit

Wer das Leben der Mäuse kennt und eine Achtsamkeit für die Landschaft und Körper entwickelt, kann sich fortbewegen ohne von Zecken gebissen zu werden.

 

Mehr dazu:

Veröffentlichung der Studie im Lancet magazine

Interview zur Studie

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